Mein Leben & ich in crazy Peking
Ein Stückchen Heimat
Letzte Woche –kurz nach Lenas und Heikes Abreise- hat mich meine Mutter in Peking besucht. Glücklicherweise hat der Besuch noch kurz vor meiner Abreise geklappt. Da sie das erste Mal in China war, wollte ich ihr so viel wie möglich zeigen. Also beschloss ich ihr neben Peking auch noch Shanghai und Guilin zu zeigen. Sieben Tage, drei Städte – eintaffes Programm! ;-)
Am Freitagmorgen ging es auch gleich schon los. Ankunft um 06:55 und nach einem „Guten-Morgen-herzlich-willkommen-in-China-Kaffee“ begann der Trip. Schnell die Koffer in meinem Appartement abgeladen (kleiner Schock bei der Sauberkeit des Badezimmers – es geht wirklich nicht besser, ich hab s versucht!^^) und weiter mit demnächsten Taxi zum Lamatempel.
Der Lamatempel ist der größte buddhistische Tempel in ganz Peking und somit ein Muss! ;-) Dieses Mal kaufte ich mir auch Räucherstäbchen um vor der Halle der drei Buddhas (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) meine Wünsche loszuwerden. Komischerweise räucherten unsere 1A Räucherstäbchen nur bedingt, aber der gute Wille zählt ja. Nachdem wir jeder 3 Stäbchen jedem Buddha geopfert hatten, fühlten wir uns besser. Jedenfalls würden wir länger leben, denn geräuchertes Fleisch (jedenfalls rochen meine Haare nach 100 Räucherstäbchen) hält sich ja auch länger ;-)
Anschließend fuhren wir zu meinem Maler. Es ist ein kleines Atelier, wo verschiedene Maler für einen guten Zweck (und meiner Meinung nach überteuerten Preisen) wundervolle Bilder malen. Ich selbst hatte mir schon zwei gekauft und heute sollte auch das zweite Bild für meine Eltern dazukommen. Unglücklicherweise war mein Maler auf unbestimmte Zeit (so hab ich es jedenfalls von seiner chinesischen Schülerin verstanden) im Urlaub, sodass wir auf ein anderes Atelier umsteigen mussten. Hier allerdings wurden wir umgarnt und gehätschelt wie kleine Welpen und so verging die Zeit während des Malens des Meisters wirklich wie im Fluge. Das Bild ist übrigens auch wirklich toll geworden! ;-)
Um den Tag gebührend ausklingen zu lassen, besuchten wir noch das Yashow. Den „Kleidermarkt“ von Peking. Hier erstanden wir noch eine hübsche Tasche und einige Schals ;-) Schließ-lich genossen wir noch eine Mani- und Pediüre samt Fussmassage – das erste Mal für meine Ma, also eine Premiere!^^ Hübsch gemacht schlenderten wir noch durch das Sanlitun Village und aßen suuuuper leckeres Sushi zu Abend. Ein perfekter erster Tag.
Etwas verschlafen (dank es Jetlags) machten wir zwei uns am Samstag auf zur Verbotenen Stadt; ein weiteres Must-See in Peking. Jedenfalls laut Reiseführer. Der Kaiserpalast wurde von dem 3. Ming Kaiser Zhu Di (ich hatte davor mit Lena und Heike sein Grab –Ming Tombs- besucht) in Auftrag gegeben. Es heißt an dem Bau seien über 1 Million Sklaven und ca. 100.000 Kunsthandwerker beteiligt gewesen sein, sodass er Palast nach nur 14 Jahren Bauzeit 1420 fertiggestellt werden konnte. Bis 1911 regierten dort die chinesischen Kaiser. Dem „Pöbel“ war der Zutritt zum Palast verwehrt, wodurch sich der eigentliche Name „Verbotene Stadt“ erklärt. Seit 1924 ist dieser nun für die Bevölkerung geöffnet und wurde 1987 zum Weltkulturerbe erklärt. Also nichts wie hin! ;-)
Da ich durch meinen vorherigen Besuch mit Tim und OHNE Guide vorgewarnt war, liehen wir uns zwei Audioguides. Diese waren GPS-gesteuert, wodurch wir immer an neuen Hallen, Ecken und Gärten neue Informationen erhielten. Eine super Sache! ;-) Allein das ewige „Gehän wir weita“ am Ende jedes Vortrages war erst belustigend, später nervig!
Leider begann es nach ca. 10 Minuten zu regnen und weit und breit keinRegenschirmverkäufer in Sicht! Fast klitschnass liefen wir in einen Souvenirshop um uns dort mit Schirmen zu versorgen. Doch die stolzen Preise von 80 Yuan pro Schirm waren uns dann doch zu teuer. Durch einen Zufall konnten wir dann doch zwei „wunderhübsche“ Schirme bei einer Studentin etwas günstiger kaufen. So fiel unser Besuch dann doch nicht ins Wasser und es war auch nur normal und nicht wie sonst übermässig voll – dem Regen sei Dank! ;-)
Im Anschluss liefen wir noch über den Platz des himmlischen Friedens – demTiannanmen Platz. Er ist mit knapp 40 Hektar der größte befestigte Platz der Welt und laut Reiseführer würden ca. 1 Million Menschen darauf Platz finden – Wahnsinn!! Nachdem wir einmal quer über den Platz gelaufen sind, kamen wir zur TiannanmenStreet. Hier reihen sich (inter-)nationale Markengeschäfte, Teehäuser und Souvenirläden aneinander und in der Mitte fährt eine historische Straßenbahn. Ganz niedlich. Hier wollte meine Ma einige Mitbringsel kaufen. Leider fanden wir zwischen dem typischen Kitsch nichts wirklich passendes.
Am Abend gingen wir mit meinem Chef Yidong und seiner Frau Joanne leckerTeppanyaki essen – hmm... kurz vorm Platzen und mit viel Sake intus rollten wir nach Hause. ;-)
Sonntagmorgen ging es wieder zum Flughafen. Ziel: Shanghai! Ich muss sagen, ich bin vernarrt in Shanghai. Die großen Wolkenkratzer und die ganze Stadt fasziniert mich einfach. Zuerst fuhren wir natürlich mit dem Transrapid und erreichten sogar die Spitzengeschwindigkeit von 430 km/h!!! Yeha! ;-) Kurzer Stopp am Hotel und schon gings weiter. Auch hier mussten wir uns mit unseren Regenschirmen bewaffnen, denn auch in Shanghai goss es aus Eimern. Zuerst fuhren wir in den Yu Yuan Garten. Dies ist eine Art kleines nachgebautes Städtchen Mitten im Herzen von Shanghai. Er war leider total überlaufen und das Regenschirmgewimmel machte es auch nicht besser. Kurze Zeit später flüchteten wir regelrecht von diesem Ort. Hübsch hin oder her!
Da die Sicht für Shanghai (plus Regen) eigentlich recht okay war, gingen wir zu dem Flaschenöffner. Der Wolkenkratzer ist 492m hoch und sieht aus wie ein überdimensional großer Flaschenöffner, wegen dem rechteckigen Loch (der Skywalk) im oberen Viertel. Oben angekommen mussten wir leider feststellen, dass wir schon UEBER den Wolken waren und somit nur ab und zu den Nachbartower sehen konnten. Schade! Trotzdem irgendwie irre, wenn man sich auf 474m Höhe befindet und dann merkt wie der Turm ein wenig schwankt – hihi!
Da Shanghai durch den Yangze Fluss in zwei Teile geteilt wird, besuchten wir den BundSightseeing Tunnel um auf „unsere“ (Hotel-)Seite der Stadt zu gelangen. Durch den mit bunten, blinkenden Lichtern geschmückten Tunnel fährt man mit einer kleinen spacigenBüchse. Ein verrücktes Erlebnis und typisch kitschig! ;-) Draußen bestaunten wir noch eine Weile die Skyline (genannt der Bund) und versuchten zwischen den ganzen Schirmen ein paar Fotos zu schießen. Währenddessen wurden garantiert auch wieder 100 andere Urlaubsfotos von uns zwei Blondies gemacht... Eben typisch China. ;-)
Um uns auf unsere nächste Reise nach Guilin vorzubereiten und unseren schmerzendenFüßen etwas Gutes zu tun, buchten wir uns zwei Massagen. Die Fussmassage war ein Traum und die ölmassage super entspannend. Am liebsten hätte ich meinen kleinen Chinesen eingepackt und mitgenommen ;-) Am Abend überredete ich meine Ma noch einmal zum Bund zu fahren um die Aussicht und einen Cocktail zu genießen. Denn wie gesagt, wir hatten für Shanghai-Verhältnisse wirklich gute Sicht! ;-)
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Montagmorgen fuhren wir zwei Nomaden wieder zum Flughafen. Ziel diesmal: Guilin. Guilin liegt 1700km südlich von Beijing im autonomen Gebiet Guangxi und ist meiner Meinung nach der schönste Platz in ganz China. Die Landschaft besteht aus lauter kleinen Zuckerhut-Bergen, die über und über mit Bäumen und Pflanzen bewachsen sind. Es heisst diese Berge seien vor über 200 Millionen Jahren entstanden. Hammer! Für unseren Aufenthalt hatte ich uns einen Guide gebucht: Alex. Zuerst besuchten wir den Elefantenrüsselberg, das Wahrzeichen von Guilin. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit (ca. 95%) und die heiße Luft (ca. 37 Grad) beschlossen wir kurzerhand uns vor dem Aufstieg auf den Fubo Berg noch aus unseren Jeans zu schälen – uff! Ich muss sagen, trotz der luftigeren Shorts schnauften meine Ma und ich (ich muss unbedingt wieder mit Training anfangen!^^) beim Anstieg wie zwei Walrösser in der Brunstzeit ;-) Der wunderschöne Ausblick über ganz Guilin entschädigte allerdings für alle Strapazen!! ;-) Haha!
(links Elefantenrüsselberg / rechts Ausblick vom Fubo Berg)
Danach ging es zum ersten Highlight der Tour. Wir besuchten die Tropfsteinhöhle„Schilfrohrflötenhöhle“ (engl. Red Flute Carve). Die Höhle war mit lauter bunten Lichtern beleuchtet, sodass die Stalaktiten und Stalakmiten wunderbar kitschig und sogar etwas unecht wirkten. Mein Kommentar war nur „Ist das echt?“, weil wirklich alles so unreal schön wirkte! ;-) Das beste war der kleine See in dem sich einige Stalaktiten spiegelten und so ein (ja ich sags noch mal) wunderschönes Bild entstehen ließen.
Als letzten Punkt der Tour besuchten wir (auf eigenen Wunsch) eine Perlenfabrik, wo die echten Südperlen (South Pearl) verarbeitet werden. Vor der Küste des Südchinesischen Meeres werden diese gezüchtet und hier in Guilin verarbeitet. Echte Klassiker!
Unseren letzten Tag in Guilin verbrachten wir größtenteils auf den Wasser. Am Morgen brachen wir zu einer vierstündigen Bootsfahrt auf dem Li Fluss auf. Der Li Flussschlängelt sich durch die Zuckerhutberge und macht Guilin dadurch einzigartig schön! Am ulkigsten waren die tauchenden (bis zu drei Meter tief!!) Wasserbüffel samt Kälberund Souvenierverkäufer auf 50cm schmalen Bambusflößen, die die Touristenboote regelrecht enterten ;-) Hier haben sich die somalischen Piraten also alles abgeguckt! ;-)
Einen Sonnenbrand, der Versuch die Bordtoilette zu vermeiden (widerlich! würg!) und der Schreck nach dem Versuch uns eingelegte Schlangen als Schnaps zu verkaufen, machten wir zwei Mädels noch eine Bambusfloßfahrt. Das Floß war ca. 1m breit und 3-4m lang, sodass wir beide eben so nebeneinander (in der Breite) passten. Hinter uns ruderte ein kleiner Chinese über den Fluss, ganz wie in Venedig. ;-) Was uns Alex verschwiegen hatte, war dass diese Floßfahrt auch eher eine Massenveranstaltung war. Demnach fanden wir uns zwischen 20 anderen Flößen und sich mit Wasser bespritzenden Chinesen wieder. Aber wo in China ist man bitte alleine? Also egal. ;-) Besonders spannend waren die kleinen Stromschnellen/Wasserfälle, die wir mit dem Bambusfloß überwanden. Teilweise war das ganze vordere Ende des Floßes unter Wasser. Manchmal hab ich wirklich gedacht, gleich liegen wir im Wasser. Doch wir blieben (bis auf die Beine) immer trocken. ;-) Eins muss ich hier aber noch sagen: Normalerweise liebe ich das Wasser und wäre auch super gerne in dem Fluss (ca. 28 Grad) schwimmen gegangen, aber es gab dort Wasserschlangen! Nee, danke! So wurde so macher kitzelnder Grashalm und auch das Tau des Floßes Grund für einen spitzen Schrei... hihi! ;-)
Zum Abschluss der Reise besuchten wir mit Alex noch eine weitere Tropfsteinhöhle. DieSilberhöhle. Es ist eine der größten und schönsten in Guilin, wobei die Stalaktiten teilweise wie glitzernde (daher der Name SILBERhöhle), gefrorene Wasserfälle aussahen! Wieder wirklich traumhaft toll!!
Am Abend flogen wir dann erschöpft aber glücklich zurück nach Peking.
Mittwoch war auch schon der letzte Tag für meine Ma in Peking. Für den Tag hatte ich uns einen Fahrer zur Grossen Mauer gebucht. Diesmal ging es zu dem Abschnitt nach Mutianyu. Der Abschnitt wurde wie Badaling komplett restauriert und liegt ca. 75kmnordöstlich von Peking. Ich für mich habe ihn zum schönsten der vier Abschnitte erklärt. Wenig Touristen, tolle Aussicht, nicht zu steil, aber trotzdem anspruchsvoll. Echt klasse! Allerdings würde ich immer wieder die Seilbahn zum Gipfel nehmen, denn der Anstiegwäre wirklich möderhaft!! Wie alle, die zum ersten Mal die Mauer besuchen, war auch meine Ma sehr beeindruckt. Verständlich! ;-) So genossen wir unsere 2,5 Stunden auf der Mauer, schossen noch mehr Fotos und freuten uns über die durch den Regen reingewaschene klare Luft! ;-) Der „Abstieg“ von der Mauer war ebenfalls sehr ulkig! Es gab eine Art Bobbahnrutsche. Hihi! Für „günstige“ 5 Euro pro Nase saßen wir in kleinen „Autos“ (ähnlich wie auf Sentosa Island in Singapur) und rutschten die Rutsche hinunter. Am Rand standen immer wieder Wachen und ernahmten („slow down“) zum Bremsen oder zum in-die-Kurve-lehnen („lean into the curve“), da man sonst schnell aus der Bahn fliegen kann. Da zuerst seeeeeehr langsame Chinesen fuhren, wurden wir (samt drei Russen, zwei weiteren Chinesen und zwei Engländerinnen) zu einer Karavane. Allerdings hatten wir alle sehr viel Spass! ;-)
Am Abend genossen wir noch einmal das Yashow samt Komplettpaket (Mani, Pedi,Fussmassage) und ein leckeres Abschiedsessen im Hatsune ;-)
Donnerstag musste meine Ma dann auch schon wieder nach Deutschland fliegen. Mein Vater und mein Hund erwarteten sie schon sehnlichst zu Hause! ;-)
Alles im Allem hast du dich suuuper geschlagen und an der Benuztung von chinesischen Toiletten arbeiten wir beim nächsten Mal! Haha!
Viele liebe Grüße (besonders an meine treuste Leserin Susanne!)
Kim