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Mein Leben & ich in crazy Peking

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Skilaufen uvm. mit 15 Chinesen

Mein erstes Wochenende verbrachte ich mit meinem Chef und dessen Bruder in und um Beijing herum.

Freitagabend durfte ich mit zu einer politischen Dinner- und Communicationparty. Dort wurde ich von ca. 60-80 politischen Persoenlichkeiten begutachtet - gluecklicherweise hatte ich mich morgens fuer einen Rock und eine Bluse entschieden, da alle sehr chick angezogen waren. Die Frauen hatten ihre Haare zu wahren Kunststuecken frisiert! Zur Begruessung wurden einige Reden gehalten bzw. ins Mirco geschrieen (ich sass direkt neben dem Lautsprecher –autsch!). So ziemlich jeder wurde vorgestellt, anschliessend wurde (bei jedem) hoeflich geklatscht. Das ganze dauerte ziemlich lange, war aber recht spassig, da bei einigen ganz besonders laut und viel geklatscht wurde und andere mussten ihren eigenen Applaus selbst anklatschen (peeeeinlich!) Haha! 

DSCN1382 (das Clubhaus, wo die Party stattfand)

Nach den Reden sprangen von ihren Sitzen auf prosten einander zu und stuertzen zum Buffet! Dieses Mal war ich nicht die Erste -obwohl ich so nah dran sass ;-) Insgesamt dauerte das ganze Showlaufen war nicht so lange wie erwartet, denn sofort nach dem Essen (und den Verteilern – Mao Tai^^  PS: Ich konnte mich vor dem schlimmsten druecken, aber ganz drum herum kam ich doch nicht!) verliessen die meisten Gaeste die Party.

 

Samstagmorgen stand ich um 06:30 (!) auf um puenktlich um 07:15 von Yidong zum Skifahren abgeholt zu werden. Mit einem Top, 2 Tshirts, einem Pullover und meinem Mantel war mir schon kalt, aber es sollte noch VIEL kaelter werden.

DSCN1389.JPG (Beijing 06:30 - alles schläft noch...)

Nach einer rasanten Taxifahrt ins Zentrum kamen wir bei unseren Gastgebern an und stiegen in einen gemieteten Bus um. Nach 3 Stunden und ettlichen Fast-Crashes kamen wir in dem Ort Zhangjiakou City (Hebei) an. Dort assen wir im Dongsheng Grand Hotel zu Mittag. Vollgefuttert und wieder einige Essenserfahrungen reicher, bekam ich einen Zimmerschluessel in die Hand gedrueckt. SURPRISE! SURPRISE! Wir bleiben das GANZE WOCHENENDE! Und ich hatte nur das, was ich am Leibe trug, eine Digicam und ein Buch (fuer die lange Fahrt) dabei – also praktisch NICHTS! Naja, chinesisch-deutsche Kommunikation ;-)

Doch jetzt fuhren wir (mit einem “kleinen” Umweg von ca. 1 Stunde) erst mal zum Skilaufen. Das “Skigebiet” entpuppte sich als ein Anfaengerhuegel (komplett eben!^^) und zwei Pisten (hellblau und dunkelblau^^). Aber ich sollte noch herausfinden, dass das besser so ist!

DSCN1424.JPG (das Skigebiet: ROT ist ja wohl sowas von uebertrieben^^)
 

Zuerst bekam ich Skihose, -jacke, -schuhe und die Skier in die Hand und war erstaunt, das auch ich Europaerin in die chinesischen Frauenkleider (Groesse L – hier bitte keinen Kommentar^^) passte! Doch nun gings endlich los auf die Piste! Doch die meisten von den 15 Chinesen standen noch NIE auf Skiern, da fragt man sich doch warum man sowas als Businessausflug unternimmt – naja, ich hatte meinen Spass und versuchte (so gut es ging) den Pflug zu erklaeren. Ungeachtet was ich ihnen erzaehlte, nahmen die meisten eine aufrechte (Skistoecke nach hinten) Schussposition ein, liessen die Skiier laufen (war ja nicht steil – geschrieen wurde aber trotzdem^^) und packen sich am Ende der Piste auf den Hintern (das nennt man dann bremsen). Seeehr lustig anzusehen. Unter den Anfaengern fand ich dann doch noch drei, die mich auf die hellblaue Piste begleiten wollten, sie beherrschen also schon eine normale Bremsung! Mit einem aeusserst fragwuerdigen Sessellift ging es auf den Berg. Oben angekommen freute ich mich auf die Abfahrt. Meine Begleiter hingegen gucken gar nicht lange und fuhren einfach im Schuss die Piste hinunter – OHNE KURVEN ODER BOEGEN! Auf meine Frage hin, antworteten sie, sie koennten noch keine Kurven fahren – achso… ;-0

IMG_2672.JPG (beim Skifahren)
 

Doch nun wollte ich mehr: Die “Championship-Piste” – haha! Diese Piste duerfte man nur mit fahren, wenn man einen Helm traegt wurde mir erklaert, als ich das meinte, ich braeuchte keinen, kam ich nur einen schraegen Blick und ein “are you sure?”. “Mutig” wie ich war, nahm ich den Sesellift zum Gipfel und genoss die halbwegs als Piste geltende Abfahrt. Unten angekommen wurde ich bejubelt, als haette ich den Mount Everest bestiegen – quite funny!

Zum Abschluss des Tages gingen wir feierlich essen. Der Gastgeber trank mit jedem einen Schnaps (mal wieder Mao Tai) – also 15 plus die drei zum Anstossen auf das Essen und die drei zum Verdauuen – die Leberwerte von dem moechte ich nicht wissen! Aber Hut ab, er hat zum Schluss nur ganz leicht gelallt ;-)

DSCN1431.JPG (Suchspiel: findet die Deutsche ;-0)
 

Ziemlich erschoepft fiel ich um 22:30 ins Bett – die wichtigesten Klamotten wusch ich abends aus – doch noch war mir Ruhe nicht vergoennt. Um 23:30 klingelte mein Zimmertelefon und jemand fragte immer wieder “Mr. Ching?” – entnervt legte ich auf! 30 Minuten spaeter klopfte es an meiner Tuer – ich wollte doch nur schlafen! Durch die Tuer hindurch erklaerte ich, dass hier Ms Wieck und nicht Mr. Ching hausiert, doch erst nach 5 Minuten liess er sich ueberzeugen – endlich Ruhe!

DSCN1440.JPG (Zhangjiakou City - die Stadt der Lichter)
 

 

Am naechsten Morgen “genoss” ich ein Melonenfruehstueck: alles andere war mir dann doch zu chinesisch! Wieder stiegen alle in den Bus und fuhren in die Wallachei. Wir machten an einem 800 Jahre alten Hotel “hotel of the criing cock” und dessen ummauertes Staedtchen mit einigen versteckten Tempeln.

IMG_2713.JPG  ( Vor dem Eingang)DSCN1453 (das Staedtchen)














Die “Haeuser/Huetten” waren aus Lehm, Reis, Stroh und nur teilw. Steinen erbaut und hatten im Normalfall nicht mal eine Tuer (ein schwerer Stoffvorhang dient als Ersatz). Insgesamt war dieses Dorf eine echt krasse Erfahrung, wenn man sieht, wie und wo diese armen Menschen leben muessen. Auf die Frage nach einem “restroom” wurde nur gelacht. Zu meiner Verteidigung: Ich wurde immer nur mit gruenem Tee und Wasser vollgepumpt, kein Wunder wenn man dann mal “wohin” muss. Dieses “wohin” war aber das Problem. Die City hatte leider kein fliessend Wasser. Eine zahnlose Lady nahm mich am Arm und fuehrte mich um drei Ecken in einen Hinterhof. Dort war kniehoch (chinesisch kniehoch, fuer mich also wadenhoch) eine Mauer gezimmert und es stand feierlich eine Schaufel daneben. Von neugierigen Einwohnern wurde ich angeschaut, aber SO DRINGEND war es dann doch nicht. Ich glaube ich haette mir lieber in die Hose gemacht als, naja, ich fuehr das jetzt mal nicht weiter aus (ist aber alles noch gut gegangen^^).

Nach einem ueppigen Mittag freute ich mich auf die Rueckfahrt nach Beijing, aber UEBERRASCHUNG: wir fuhren in ein Spa! Vollgefuttert und nicht im Besitz eines Bikinis, trat ich mein Schicksal an. Im Spa (eher ein Schwimmbad mit einer heissen Quelle draussen) musste ich mir notgedrungen einen Bikini kaufen. Leider ist die Mode ein bisschen anders als in Europa: Alles voll mit Rueschen, Roecken (alternativ Hosen, die UEBER den Bauchnabel reichen) und generell einfach nur GROTTENHAESSLICH. Meine Alternative war nackt, also entschied ich mich fuer das huebscheste unter den haesslichen ;-) Auch hier musste ich feststellen, dass die ChinesInnen ein bisschen schmaler gebaut sind, als wir deutschen… naja passt schon (wenn auch nur knapp-haha!) Die heisse Quelle war echt klasse (wenn man von den Zuegen, die 10m weiter vorbeirauschten absieht^^), trotzdem komisch, wenn man nur mit 2 anderen Frauen in einem “Topf” mit 13 anderen Geschaeftsmaennern sitzt… China halt. Was ich auch noch festhalten moechte ist, dass die nach aussen so zugeknoepften ChinesInnen im Umkleideraum splitterfasernackt ueber alle drei Etagen rumflitzen und nackt auf der Treppe o.ae. quatschen – unglaublich! 

Nach dem Spa ging es zurueck nach Beijing! Doch wenn man denkt, das eine einfache Rueckfahrt langweilig ist, taeuscht man sich. Der Fahrer kannte ein “Abkuerzung” und schliesslich fanden wir uns mitten in einem Kohleabbaugebiet (jedenfalls sah es so aus) ohne feste Strassen, dafuer aber mit kindshohen Schlagloechern wieder. So ruckelten und schuettelten wir uns durch die Schlagloecher und nach 1 Stunde (was fuer eine Abkuerzung^^) fanden wir uns auf einer festen Strassen wieder. Uns ist –nebenbei gesagt- kein einziges Auto waehrend der Abkeurzung begegnet ;-)

Um 22 Uhr fiel ich hundemuede ins Bett!

 

Viele Gruesse

Kim

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