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Mein Leben & ich in crazy Peking

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Das Hawaii von China – Hainan Island

Die letzte Woche habe ich dank eines IKEA-Einkaufs überlebt: Ich kaufte mir (neben Accessoires und Notwendigem) BROT und KAESE im Lebensmittelshop! Nebenbei gönnte ich mir im Restaurant noch Spaghetti Bolognese und ein Softeis – hmm lecker. Endlich mal wieder mit Messer, Gabel und Löffel essen, hat wirklich was! ;-)



Dieses Wochenende war ich von Donnerstag bis Samstagnacht auf Hainan Island. Hainan Island liegt 1 Flugstunde südwestlich von Hongkong und wird auch das Hawaii Chinas genannt. Mit dem ersten Flieger ging es in aller Herrgottsfrühe los. Nach einem mehr oder weniger ruckeligen Flug, landete ich in Haikou. Der erste Schritt aus dem Flieger und schon schlug mir warme Luft entgegen – es fühlte sich an wie die Türkei! Während der Autofahrt zum Hotel konnte man ziemlich krasse Gegensätze sehen: Palmenumsäumte Straßen und Luxushotels und als Pendant Reisfelder, wo Arbeiter mit Strohhüten knietief im Wasser den Reis anbauen. Außerdem noch Kühe, die einfach mal so auf dem Highway (es gab keine Leitplanke) spazieren gehen und tausende von Entenfarmen (jetzt weiß ich auch wo die ganzen Enten für die roasted Beijing duck herkommen...). Im Hotel wurden wir von dem Organisationsteam der Konferenz begrüßt und wurden auf unsere Zimmer gebracht.

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(Blick vom Hotelzimmer - welcome to the jungle)

Abends versammelten sich alle 300 VIPs, Gäste und die Presse zu einem Welcome-Barbecue im Garten. Dort lernte ich das koreanische Ehepaar Sung und Helena kennen. Mein Glück: beide sprechen kein chinesisch, dafür aber perfekt englisch – einem richtigem Gespräch (ohne chinesische Zwischenbemerkungen^^) stand also nichts mehr im Weg! Nach dem Essen fuhren wir in das „Hainan Impression Theather". Dort wurde eine bunte Lichtershow mit Musik, Wasser und Theater gezeigt. Insgesamt eine Mischung aus Lightshow, Blueman Group und chinesischem Theater.

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DSC 0876  DSC 0872(Bilder aus dem Theater)

Es stellte sich heraus, das der Regisseur von dem Theaterstück derjenige war, der auch die Eröffnungsfeier der olympischen Sommerspiele 2008 geplant hat. Es war also für uns eine Mini-Eröffnungsfeier von Olympia 2008! Nach ein paar Drinks an der Bar ging es dann auch für mich ins Bett.


Freitagmorgen spielte ich auf dem Westclub Golfkurs 18 Löcher Golf gegen und mit meinem Chef. Dieser Golfclub war so traumhaft schön, dass es fast schon nicht real wirkte. Überall exotische Blumen, Pflanzen und Palmen!!! Ich LIEBE Palmen! :-) Schade, dass man nicht auf dem Fairway ein Picknick machen kann, ohne von Golfbällen bombardiert zu werden ;-) Das Beste war allerdings das Golfcar ;-) Mit dem machte der Weg zum nächten Abschlag richtig Laune, besonders da der ganze Kurs sehr hügelig und kurvig war. Wenn man erst mal die Angst, das Car könnte umkippen, verliert, ist es genial – notfalls muss der Caddie (steht hinten auf einem Tritt) als Gegengewicht herhalten :-)
Dennoch habe ich es tatsächlich geschafft mir trotz bedecktem Himmel einen ordentlichen Sonnenbrand zu holen (Ps. Mittlerweile ist es braun statt rot!^^).

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Nachmittags fand ich sogar noch schnell Zeit für einen Abstecher zum Strand. Das Wasser war zwar eisig kalt, aber mit den Füssen war ich trotzdem drin ;-) Links und rechts von mir wurden fleißig Hochzeits-Fotoshootings gemacht, wobei die Braut nicht einmal nicht lächeln durfte... na, die Ehe fängt ja gut an...!

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Abends waren alle Gäste zu einem Abendessen und performance show geladen. Begrüßt wurden wir von mehreren Ladies, die rhythmisch mit Bambusstäben auf den Boden klopften. Mit High Heels war das drübertanzen (wird wirklich so genannt) über die Bambusstäbe gar nicht so einfach. Jedoch nur ein MANN kam ins Stolpern...;-) Bei der Bar angekommen, spielte eine spanische Band – total Summerfeeling!

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Während des Essens wurden zahlreiche Reden gehalten, Tanz- und Gesangsvorstellungen geboten. Zusätzlich gab es auch noch eine Modenschau – alle großen chinesischen Frauen von ganz China, waren an dem Abend wohl in Haikou ;-) Der krönende Abschluss war allerdings das Feuerwerk. Zum Schluss machten wir noch ein paar Bilder und als ich Helena bat, mit meiner Kamera ein Foto von mir vor der Bühne zu machen, stand plötzlich die halbe Presse um mich rum und knipste was das Zeug hält (Ps. Ich hatte meine Haare nicht mal offen!). Die chinesischen Zurufe verstand ich zwar nicht aber ich lächelte einfach- hoffentlich lande ich nicht in einem Schundblatt als geheimnisvolle Affäre von XY ;-)

DSC_0007.JPG (Helena und ich vor der Bühne - es soll eigentlich ein Herz sein...^^)



Zurück im Hotel kam ich in meine ganz persönliche „Hölle“: KARAOKE ;-) Nach der Frage „what do you like to drink? Beer?“, die ich höflich ablehnte, stand urplötzlich der Whisky auf dem Tisch! Uff, nächstes mal nehm ich gleich das Bier! ;-) Allerdings mit viel Wasser und viel Eis, war auch der Whisky ertragbar. Trotzdem konnte ich mich nicht vor den „Kampai“-Rufen retten... Kampai heißt so viel wie „Ex oder Kelly Fan!“ nur dass dir hier dein Gegenüber dein leeres Glas verkehrtherum über den Kopf hält um zu prüfen, ob du wirklich alles ausgetrunken hast! ;-) Sind schon merkwürdige Sitten. Vor dem Karaoke konnte ich mich aber glücklicherweise noch retten...

Samstagmorgen fuhren wir zum Yachthafen, wo die Konferenzen abgehalten wurden. Doch als Schmankerl hatten die Organisatoren eine Bootstour auf einer richtigen Yacht geplant. Auf mehreren Yachten fuhren wir eine Stunde um die Insel und durften die Yachten besichtigen. Einfach nur Hammer: Die Badezimmer sind luxuriöser als in manchen Hotels- einfach nur heftig! Mit Vollspeed düsten wir durch die See, bis schließlich die Wasserschutzpolizei (mit Sirenen!) kam und den Kapitän wegen Geschwindigkeitsübertretung ermahnte ;-) hahaha! Doch unter der Sonne, auf dem Bug einer Yacht durch das Südchinesische Meer zu fahren, das war wirklich ein HIGHLIGHT!

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Leider ist auch die schönste Tour mal zu Ende und so musste ich mich auch schnell zum Flughafen aufmachen. Zurück nach Beijing flog ich mit Haikou Airlines – einmal und NIE wieder! Während der „Turbulenzen“ (haha wohl eher ein "Absturzgefahr"!) schnallten sich sogar alle Chinesen fest. Normalerweise sind die Chinesen bei Turbulenzen nicht angeschnallt sondern laufen fröhlich schwatzend mit Omi oder Opi zur Toilette. Diesmal nicht! Mir rutschte echt das Herz in die Hose! Vor allem wenn in deinem Kopf immer eine Stimme schallt: „Es sind immer die kleinen lokalen Airlines die ABSTUERZEN!“

Sonntag genoss ich meinen Tag in Beijing und machte mich mit Kamera bewaffnet auf zum Lamatempel. Der Lamatempel oder auch Palast der Harmonie und des Friedens ist der größte Tempel des tibetischen Buddhismus in Peking. Er wurde 1694 im Auftrag des Kangxi Kaisers für seine 15 Söhne gebaut. 1725 brannte ein Teil des Tempels ab, wurde aber zehn Jahre später wieder aufgebaut. Schon wahnsinn durch knapp 300 Jahre alte Hallen zu wandern, wo damals echte Prinzen und Kaiser gehaust haben!

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In der ganzen Anlage (66400 cbm) waren Feuerstellen und Verkaufsstände für Räucherstäbchen. Die Menschen knieten sich vor den Häusern oder den Buddhastatuen nieder und beteten. Dank dieser Raeucherstaebchen hatte ich jedoch waehrend meines ganzen Besuchs Traenen in den Augen. Mit einem Taschentuch konnte ich das Schlimmste noch verhindern. Trotzdem muessen sich die anderen Besuchen schon ein bisschen merkwuerdig gefuehlt haben - Die Deutsche heult beim Anblick der Buddhas! :-)
Aber ich habe (trotz Traenen) sogar einen echten Mönch gesehen! Irgendwie total spirituell! Durch die Halle der Himmelskönige (die Himmelskönige schützen den Tempel vor bösen Geistern) und die Halle der Harmonie und des Friedens (beinhaltet die Buddhas der drei Welten: Maitreya [Buddha der Zukunft], Shakyamuni [Buddha der Gegenwart] und Kashyapa [Buddha der Vergangenheit]) kam ich zu dem Pavillon des Zehntausendfachen Glücks. In dieser Halle steht eine prächtige 18m (!) hohe Maitreya Statue!

DSC 0118                                    (Buddha der Vergangenheit)  
                    DSC 0116                                 (Buddha der Gegenwart)
DSC 0118                                       (Buddha der Zukunft)

DSC 0123                              (18m (!) hohe Maitreya Statue)


Am Abend hatte ich mir ein Ticket für das Lao She Teahouse besorgt, wo eine „traditional beijing opera“ aufgeführt wurde. Die Oper bestand aus vielen kleinen Aufführungen wie z.B. Tanz, Musik, Schattenspiel, Akrobatik, Theater, Maskenspiel, Magie und Teezubereitungen. Dazu wurde Jasmintee und traditionelle Snacks (hiervon lass ich nächstes Mal die Finger!) gereicht. Besonders genial waren das Schattenspiel und die Akrobatik. Der Mann vom Schattenspiel hat allerhand Tiere (mit passenden Geräuschen) vorgeführt: Hund, Katze, Ente, Adler, Eule, Hirsch, Kamel, Hase usw. Außerdem konnte er verschiedene Gesichter darstellen. Sogar Michael Jackson mit Hut hat man erkannt! ;-) Der Akrobatikartist war ein Mann, der eine riesige Vase auf seinem Kopf balanciert hat und sich darunter um die eigene Achse gedreht hat. Zum Schluss konnte man sogar den Vasenabdruck auf seiner Glatze sehen- Hammer!

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Viele Grüße aus Beijing Kim
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