Mein Leben & ich in crazy Peking
Letztes Wochenende hat mich leider am Samstag das Wetter im Stich gelassen, sodass ich gezwungen war, mich in meinem Appartement zu verbarrikadieren.
(Smog, Smog, Smog und ein bisschen Nebel)
Am Sonntag konnte man durch den Smog immerhin ein bisschen was erkennen, also raus aus der Bude!
Meine Kollegin Victoria ist eine Sightseeing Expertin und so hat sie mir einen Spaziergang um die „Oberen Drei Seen“ (Xihai, Houhai und Qianhai) empfohlen. Doch zuerst machte ich mich noch auf zum Trommel- und Glockenturm, die sich nur zwei Ecken weiter von den Seen befinden.
Der Trommelturm ist mit dem Kaiserpalast um 1420 entstanden und diente zusammen mit dem Glockenturm hauptsächlich zur Zeiterfassung z.B. die tägliche Schließung der früheren Stadttore. Beide Türme stehen in einer vertikalen Linie zu dem Kaiserpalast und bilden somit den „nördlichen Abschluss der kaiserlichen Achse“.
Der Trommelturm hat -von den Dachverzierungen her- eine Ähnlichkeit mit den Gebäuden innerhalb des Lamatempels. Wahrscheinlich würden jetzt alle ortskundigen die Augen verdrehen, aber die Tempel sehen doch alle recht ähnlich aus... Jedenfalls musste man 47m Treppen hochsteigen, wo sich so manche chinesische Omi (natürlich in einem Dolche & Gabbana Fake Outfit) abmühte, da weder ein Treppenlift noch eine Rolltreppe zu finden war!
Jedenfalls schnaufend oben angekommen, konnte man 25 Trommeln besichtigen. Einige hatten einen Durchmesser von über 2 Metern! Da musste schon eine große Kuh ihr Leben für die Trommelbespannung lassen ;-) Mein Glück war, dass ich zur rechten Zeit in dem Turm war und so eine Vorführung von 5 Trommelmeistern sehen, hören und spüren konnte! ;-)
Das Gegenstück den Glockenturm folgte auf dem Fuße. Kurz den Platz mit unendlichen vielen Rikschafahrern überquert (gar nicht so einfach wenn man sich vor „hey Lady, wanna tour?“ „special price just for you!“ und „my friend, looki looki wanna hutong tour?” retten muss) und wielder hundert Treppenstufen hinauf. Oben im Turm wird die über 7 Meter hohe und ca. 60 Tonnen (!) schwere Glocke ausgestellt. Von hier aus hatte man auch noch einen schönen Blick auf die umliegenden Hutongs und ein Teil der Oberen drei Seen.
Anschließend machte ich mich auf zu dem empfohlenen Spaziergang. Entlang der Seen war die Stimmung fröhlich und man hörte überall verschiedene Musik. Sogar zwei „Partyboote“ fuhren neben den vielen Tretbooten auf dem See. In diesen Booten saßen 6 Leute und trommelten verschiedene Rhythmen. Ziemlich lässig. Auf beiden Seiten der Seen waren außerdem kleine Restaurants oder Bars teilweise mit roof top Sitzgelegenheiten. Wer keine Lust mehr hatte zu laufen, konnte sich in solch einer Bar ausruhen, oder gar mit einem Golfcar um den See fahren lassen. Viele nutzen aber die Chance und mieteten sich ein Fahrräder oder Tandems. Da der ganze Spaziergang 5-7 Stunden gedauert hätte, lief ich nur den halben Weg.;-)
(Am See + Partyboot)
Unterwegs besuchte ich noch die Residenz von Madam Song Qingling. Sie war eine der berühmten Song-Schwestern, deren Ehemänner zu den wichtigsten Politikern im 20. Jahrhundert gehörten. Nach der Gründung der Volksrepublik China war sie die Vizepräsidentin und von 1968-72 zusammen mit Dong Biwu amtierendes Staatsoberhaupt.
(hier ganz links)
Den Mittelpunkt ihrer Residenz bildet ein großer See, der von kleinen Wegen umsäumt ist. An diesen Wegen stehen lauter verschiedenen Bonsaibaumarten (nach 26 habe ich aufgehört...) und Kirschbäume. Neben den zwei Hauptgebäuden sind auch noch zwei kleine, erhöhte Pavillons in der Anlage zu finden. Von dort kann man die ganze Residenz überblicken. Wirklich wie im Märchen.
Viele Gruesse aus smoggy Beijing,
Kim