Mein Leben & ich in crazy Peking
Letztes Wochenende fuhr ich mit meiner Freundin Hebe nach Xian (zu Deutsch: „westlicher Frieden“).
Xian liegt ca. 1000 km südwestlich von Peking in der Provinz Shaanxi. Die Stadt war außerdem der Startpunkt der berühmten „Silk Road“, die über Hami, Tashkent und Teheran nach Istanbul führt. Das eigentliche Ziel war allerding die Terrakotta-Armee und nicht Xian als Startpunkt der Seidenstraße.
Am Samstagmorgen ging es mit dem ersten Flieger nach Xian. Dort angekommen begrüßte uns herrlicher Sonnenschein. Das chinesische Inn war super sauber und gut gelegen. Für umgerechnet 7 Euro die Nacht hatte ich eher eine Horror-Herberge erwartet ;-)
Die Sonne nutzten wir für einen ausgiebigen Besuch in dem Park der „Kleinen Wildgans-Pagode“ und den Ruinen des „Jianfu Si Tempels“. Die kleine Wildganspagode (auf Deutsch auch: „Tempel des Aufbewahrten Glücks“) wurde 707 bis 709 gebaut und ist somit schon über 1400 Jahre alt!! Heute ist sie noch 43 Meter hoch und hat 13 Geschosse. Ich finde sie ähnelt irgendwie einem Jenga-Turm ;-)
Der eigentliche Grund für den Bau der Pagode war die alten Schriftstücke vor einem möglichen Feuer zu schützen, da meist alle Kostbarkeiten in einem Holztempel komplett vernichtet wurden. Der gemauerte Turm sollte dies verhindern. Bei unserem Besuch war leider ein Aufstieg auf die Pagode nicht möglich, sodass wir sie nur von unten sehen konnten.
Der Park insgesamt war gesäumt von verschiedenen Pflanzen, kleinen Tempeln und Statuen, einigen Seen und romantischen Brücken. Es war eine malerische Kulisse, wo so mache witzige Fotos entstanden sind (Danke an Sam unseren chinesischen Fotografen!^^):
Dank langsam schmerzenden Füssen und Beinen beschlossen wir auf unserem Weg zum Stelenwald Museum eine Mittagspause einzulegen. Die ganzen Restaurants luden zum Schmausen ein. Wir wollten jedoch etwas typische Xian-Küche kosten, sodass wir uns für eine kleine Garküche am Straßenrand (halbwegs sauber!) entschieden. Dort gab es Nudeln mit Rind, Tomaten, Tofu (komische Kombination, oder?) und noch ein anderes Gemüse, was mit als („made out of flowers“) übersetzt wurde. LECKER!!!!
Vollgefuttert stiefelten wir weiter. An der berühmten Stadtmauer vorbei durch eine niedliche Souvenirstrasse zum Stelenwaldmuseum. Das Museum ist ein Steinsäulenmuseum zum Gedenken an die verschiedensten Anlässe. Die Sterntafeln geschmückt mit chinesischen Schriftzeichen war ganz nett anzusehen, aber mein Motto war hier: „Kennst du eine, kennst du alle!“ Für mich waren eher die kleinen Tempelhäuser und die großen Steinschildkröten interessant auf dessen Panzer die Steintafeln aufgestellt waren. Unser neuer Freund Sam war hingegen begeistert. Er fotografierte so ziemlich jede der über 1000 Steintafeln... er muss eine große SD Karte dabei gehabt haben ;-)
Nach dem „Steinmuseum“ liefen wir zur Stadtmauer. Mehr oder weniger DAS Wahrzeichen (neben den Terrakotta Kriegern) von Xian. Die meisten Städte in China besitzen keine Stadtmauer mehr. In Xian ist diese noch intakt und bildet ein 14km langes Rechteck um die Innenstadt. Sie wurde in den 1370ern unter der Herrschaft des ersten Ming-Kaiser Hongwu errichtet. Die Bastionen sind 12m hoch und an der breitesten Stelle 18m dick. Früher wie auch heute kommt man nur durch die vier Tore (Nord-, Ost-, Sued- und Westtor) in das Zentrum von Xian. Doch wurden die Zugbrücken und die dazugehörigen Wassergräben teils zugeschüttet bzw. entfernt ;-)
Auf der Stadtmauer kann man sich Fahrräder und Tandems leihen. Besonders beliebt waren die Tandems bei den Pärchen – total niedlich! ;-) Jedes Jahr im November werden sogar Marathon Rennen auf der Mauer ausgetragen... sportlich sportlich!
Bilder von der Stadtmauer:
(Hü Hüpf!)
(beim Glocken Kung Fu macht sich dann doch die Größe bemerkbar - arme Hebe!^^)
Nach einen kurzem Stopp bei Starbucks fuhren wir zu der „Großen Wildgans Pagode“. Diese Pagode ähnelt der kleinen sehr, jedoch ist sie knapp 50 Jahre älter und auch etwas größer (64m). Die Pagode enthält viele übersetzte, buddhistische Schriftstücke. Auch diese Pagode diente der Angemessenen Unterbringung der heiligen Schriften. Da wir jedoch schon die kleine Version gesehen hatten, besichtigten wir nur den Platz davor. Der Platz war gesäumt von Wasserbecken mit verschiedenen Fontänen. Hebe hatte rausgefunden, dass jeden Abend eine Licht-Musik-Wasserfontänen-Show gezeigt wird. Es soll sogar die größte Fontänen-Show in ganz China sein.
Der Platz vor vollgestopft mit Menschen, glücklicherweise waren wir früh genug da, dass wir noch einen guten Platz an Rand eines Wasserbeckens (noch trocken) ergattern konnten. Als die Show begann war ich total geflasht. Lichter, die das Wasser in bunte Säulen tauchten, dazu die passende Musik und im Hintergrund die beleuchtete Pagode. Einfach nur traumhaft schön! Einige Chinesen waren total crazy und sind in die Fontänen hineingelaufen um sich dort fotografieren zu lassen. Man kann sich ja denken, dass dort nicht immer alles trocken bleibt (die Fontänen sprudelten in unregelmäßigen Abständen von unten & auch von der Seite und so wurde der/die ein oder andere ziemlich nass- hahaha!) Seeehr lustig!!!! ;-)
Am nächsten Tag regnete es in Strömen! L Glücklicherweise konnten wir uns von unserem Inn zwei Regenschirme leihen. Ich hatte mir schon aus meinem Paschminaschal einen Hut gebastelt ;-)
Am Busbahnhof kauften wir noch schnell ein kleines Frühstück (muslimischer Hefekuchen- schmeckt wie ein Milchbrötchen^^) und stiegen in den rappelvollen Bus, der uns zu der Terrakotta Armee bringen sollte. Nach 1 Stunde Fahrt über Stock und Stein kamen wir bei der Anlage an. Immer noch den Regen abwehrend, liefen wir zum Eingang. Schnell ein Ticket gekauft und ab zum Shuttle Service. Leider wollten alle (besonders diejenigen die keinen Regenschirm hatten^^) den Service nutzen und sich den 15-minuetigen Spaziergang durch die Anlage zu den Hallen ersparen. Die Schlange war einfach nur mega lang und ich muss jetzt mal sagen, dass das ganze „Schlange-Stehen-Üben“ vor Olympia 2008 NIX gebracht hat. Es wurde gedrängelt, geschuppst und –wenn nötig- sich auch mit den Schirmen bekämpft. ;-)
Also ums kurz zu machen: Wir liefen!
Die Hallen waren schon von außen ziemlich groß und imposant aber nichts im Vergleich zu innen! Zuerst gingen wir in die Museumsaustellung, wo ein bisschen über die Entstehung des Museum erzählt wurde. Im Eingangsbereich stand eine Warrior-Marionette mit einem kleinen Mädchen an der Hand. Es soll die Verbindung der alten und neuen chinesischen Kultur darstellen.
Aber nun auf zu der Armee: Grube 1 ist die größte und beherbergt ca. 6000 Krieger und ein paar Pferde. Die Grube wurde erst im März 1976 von lokalen Bauern entdeckt und seit 1987 ist die komplette Anlage UNESCO-Weltkulturerbe!
Alle Krieger (Infanterie) sind etwas unterschiedlich gestaltet: Sie unterscheiden sich in Haltung, Frisur, Kleidung und/oder Waffen. Bis auf den ein oder anderen fehlenden Kopf sind sie auch noch super erhalten, wenn man bedenkt, dass sie über 2200 Jahre alt sind. Die Figuren wurden damals geschaffen um das Grab von dem ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huangdi zu bewachen. Wahnsinn, oder? Ein einziger Kaiser und über 7000 Krieger insgesamt! In der Grube konnte man von allen Seiten Fotos machen, was sich aber dank der rüpelhaften Chinesen doch manchmal als nicht ganz leicht erwies. Aber glücklicherweise bin ich ja gut einen Kopf größer als die meisten ;-) haha!
Die 2. und 3. Grube war weniger imposant, da hier die meisten Krieger zerstört bzw., kaum erhalten waren. Grube 2 (Kavallerie) hatte aber einige Krieger hinter Glas ausgestellt, sodass man alles von Nahem betrachten konnte. Der kniende Schütze hatte sogar geriffelte Fußsohlen – das nenn ich mal Liebe zum Detail ;-) Grube 3 hatte die hochrangigen Offiziere ausgestellt. Diese sind etwas größer als die normalen Krieger und sollen –laut Reiseführer- herrschaftlich und überwachend gucken! ;-)
Alles in allem war die Ausstellung echt ein Erlebnis. Die Halle mit den 6000 Exponaten war einfach atemberaubend.
Zurück in Xian City waren wir beide total platt und haben uns eine Massage gegönnt. Die Fuß-, Bein- und Kopfmassage war auch echt suuuuper entspannend. Bin sogar eingeschlafen. ;-)
Die sogenannte Rückenmassage war allerdings komplett schmerzhaft. Die kleine Lady stand mit den Füßen oder auch mit den Knien auf meinem Rücken und tobte sich aus! Doch zum Schluss holte sie Glaskugeln, die an einer Seite ein Loch haben, hervor. Kurz mit dem Feuerzeug ein Vakuum im Inneren der Glaskugel erzeugt und dann swupps auf meinen RUECKEN gesetzt! AUA! Das Vakuum sorgte dafür, dass die Haut angesogen wird – noch mal AUA! Dies dient dazu alle Giftstoffe aus dem Körper zu ziehen! Naja, ich weiß nicht so recht, da behalt ich lieber die Giftstoffe!!!
Nach der Prozedur konnte ich mich für den Rest des Abends nicht mehr an einen Stuhl/Sitz oder was auch immer anlehnen – dank meinen acht wunderschönen faustgroßen dunkellila Flecken auf dem Rücken! So ein Schrott! Am Flughafen erfuhren wir leider auch noch, dass unser Flug verspätet war. Der Grund? Das Flugzeug war „out off order“ Hilfe! Trotz einer Reparatur hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl, das durch heftige Turbulenzen (Berge!) nicht unbedingt besser wurde. Aber ist ja alles gutgegangen und in Beijing fiel ich nur noch todmüde in mein Bett (geschlafen hab ich übrigens auf dem Bauch, wie auch die nächste Nacht!^^).
(Beijing bei Nacht)
Viele sonnige Grüße
Kim